Kirchenrenovation Leonberg, St. Johannes der Täufer

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Losverfahren

Bewerbungsfrist bis 14.05.2003

Rückfragen bis 16.06.2003

Abgabe aller Wettbewerbsarbeiten (ausser Modell) bis 22.08.2003

Abgabe Modell 05.09.2003

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Teil A : Allgemeine Wettbewerbsbedingungen
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Die nachfolgenden Wettbewerbsbedingungen sind für Auslober, Teilnehmer sowie alle übrigen Beteiligten verbindlich. Sie orientieren sich an der GRW 1995. Die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe (GRW) gelten ergänzend, soweit dies ausdrücklich bestimmt ist.

An der Vorbereitung dieses Wettbewerbs hat der Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer des Landes Baden-Württemberg beratend mitgewirkt. Die Auslobung wurde dort unter der Nummer 2003-1-06 registriert und vom Auslober vorschriftsmäßig bekannt gemacht.


1.0 Anlass und Zweck des Wettbewerbs
Die Johanneskirche, die 1951 vom Reg.-Baumeister Alfred Schmidt aus Stuttgart als klassische Wegekirche entworfen wurde, ist in ihrer ganzen Raumkonzeption stark auf den Altar, auf Sammlung und Verehrung, ausgerichtet. Anlass für die Überlegungen zur Renovation der Kirche sind einerseits bau- und haustechnische Defizite, jedoch vor allem der Wunsch der Kirchengemeinde eine zeitgemäße Raumkonzeption für die Kirche zu finden, die den Veränderungen in der Liturgie und im Gemeindeleben Rechnung trägt.

2.0 Auslober
Katholische Kirchengemeinde St. Johannes d. T., Leonberg
Im Wettbewerb vertreten durch den 1. Vors. Dekan Karl Kaufmann
Marienstraße 3, 71229 Leonberg

2.1. Wettbewerbsbetreuer und Vorprüfung
Kaupp Architekten
Friedrichsplatz 16, 68165 Mannheim
Telefon: 0621-40 20 08Fax 40 20 07
E-Mail: info@kaupp-architekten.de

3.0 Gegenstand des Wettbewerbs
Gegenstand des Wettbewerbs ist der Vorentwurf für die Renovation der Pfarrkirche St. Johannes d. T. in Leonberg und deren künstlerische Gestaltung. Die Entwurfsaufgabe wird in Teil B dieser Auslobung ausführlicher beschrieben.

4.0 Wettbewerbsart (GRW 2.1)
Der Wettbewerb ist als einstufiger, begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren (Losentscheid) mit 35 Teilnehmern ausgeschrieben. Das Verfahren ist anonym (GRW 1.6).

5.0 Zulassungsbereich, Sprache des Wettbewerbs
Der Zulassungsbereich ist das Bundesland Baden- Württemberg. Die bildenden Künstler/in müssen jedoch nicht aus dem oben genannten Zulassungsbereich stammen. Der Wettbewerb wird in deutscher Sprache durchgeführt. Dies gilt auch für die Weiterbearbeitung.

6.0 Wettbewerbsteilnehmer (GRW 3.2)
Teilnahmeberechtigt sind im Zulassungsbereich ansässige natürliche Personen, die gemäß Rechtsvorschrift ihres Heimatstaates zum Tage der Bekanntmachung zur Führung der Berufsbezeichnung ?Freie Architektin? oder ?Freier Architekt? berechtigt sind. Die Zusammenarbeit mit einem bildenden Künstler/in wird zwingend vorgeschrieben. Die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft sind zu benennen. Teilnahmeberechtigt sind ferner Arbeitsgemeinschaften natürlicher Personen sowie juristische Personen, zu deren satzungsgemäßem Geschäftszweck der Wettbewerbsaufgabe entsprechende Planungsleistungen gehören, sowie Arbeitsgemeinschaften solcher juristischer Personen.
Juristische Personen haben einen bevollmächtigten Vertreter zu benennen, der für die Wettbewerbsleistung verantwortlich ist. Der bevollmächtigte Vertreter sowie der (die) Verfasser der Wettbewerbsarbeit müssen die Anforderungen erfüllen, die an natürliche Personen als Teilnehmer gestellt werden.
Mehrfachbewerbungen bzw. Mehrfachteilnahmen von Mitgliedern einer Arbeitsgemeinschaft haben das Ausscheiden aller Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zur Folge. Als Teilnahmehindernisse gelten die unter GRW 3.2.3 beschriebenen.
Fachberater unterliegen nicht den Teilnahmebedingungen.

6.1 Bewerbungs- und Losverfahren
Der Auslober wird ca. 35 Teilnehmer zur Bearbeitung des Wettbewerbs zulassen, wobei mindestens 28 Teilnehmer in einem anonymen Losverfahren ermittelt werden und 7 Teilnehmer durch den Auslober selbst aufgefordert werden. Die Auslosung erfolgt unter Aufsicht eines evangelischen Geistlichen.
Vor der Auslosung sollen zwei Gruppen gebildet werden:
Gruppe A: Junge Architekten, keiner der Partner darf am Tag der Auslobung älter als 40 Jahre sein (7 Teilnehmer)
Gruppe B: Bewerber, die nicht der Gruppe A zuzuordnen sind
(21 Teilnehmer)
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden folgende Arbeitsgemeinschaften zwischen Freien Architekten und Bildenden Künstlern aufgefordert:
-Prof. Gottfried Böhm, Köln mit Markus Böhm, Seeg
-Prof. Peter Cheret u. Bozic, Stuttgart mit Ulrike Böhme, Stuttgart
-Odilo Reutter, Esslingen mit Matthias Eder, Leonberg
-Krisch und Partner, Tübingen mit Siegfried Haas, Rottweil
-Prof. Arno Lederer LRO, Stuttgart mit Jo Schöpfer, Berlin
-Siedlungswerkstatt Gmbh, Konstanz mit Reinhard Bombsch
-Eckert Manthos Tagwerker, Leinf.-Echterdingen mit Gerhard Tagwerker
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Für die Bewerbung zum Losverfahren sind folgende Unterlagen einzureichen:
-Angaben zum Büro des Architekten und des Künstlers: Anschrift, Telefonnummer, Telefax, E-Mail Adresse.
-Kopie des Architekten- bzw. des Befähigungsnachweises als Bestätigung der Teilnahmeberechtigung
-Formlose verbindliche Teilnahmeerklärung für den Fall der Auslosung

Alle Unterlagen sind in einem verschlossenen, undurchsichtigen Umschlag C5 beim Wettbewerbsbetreuer einzureichen. Gruppenangehörigkeit: Gruppe A oder Gruppe B auf dem Umschlag signalisieren. Die gelosten Teilnehmer und die 5 Nachrücker werden umgehend per Fax informiert.
Bei den nicht gelosten Interessenten bedanken wir uns für das Interesse an der Aufgabe und bitten um Verständnis, dass bei der großen Zahl der Bewerber nicht persönlich abgesagt werden kann.

7.0 Preisgericht, Sachverständige (GRW 3.3, 3.4)
Das Preisgericht wurde in folgender Besetzung gebildet und vor der endgültigen Abfassung der Auslobung gehört (Namen in alphabetischer Reihenfolge):

Fachpreisrichter:
-Maler Diether F. Domes, Langenargen
-Heiner Giese Diözesanbaumeister BDA, Rottenburg
-Prof. Dipl. Ing. Architekt Ernst Kasper, Aachen
-Prof. Dipl. Ing. Architekt BDA Thomas Ott, Weinstadt
-Dipl. Ing. Architekt Heinz Tesar, Wien
-Bildhauer Herbert Volz, Ulm
Stellvertretende Fachpreisrichter:
-Prof. Dipl. Ing. Jörg Aldinger, Stuttgart
-Dipl. Ing. Christiane Hüpping, Bischöfliches Bauamt Rottenburg
-Dipl. Ing. Freie Stadtplanerin Wolfrum, Karlsruhe

Sachpreisrichter:
-Horst Fröhlich, 2. Vorsitzender Kirchengemeinderat
-Gerhard Gans, früherer 2. Vorsitzender Kirchengemeinderat
-Dekan Karl Kaufmann, 1. Vorsitzender Kirchengemeinderat
-Rudolf Kohler, Vorsitzender Renovationsausschuss
-Hildegard Koppenborg, Kirchenpflegerin
Stellvertretende Sachpreisrichter:
-Margaretha Mühlbeyer, Mitglied Renovationsausschuss u KGR
-Günter Schicktanz, Mitglied Renovationsausschuss
-Roland Walter, Mitglied Renovationsausschuss

Sachverständige Berater:
-Dipl. Ing. Andreas Bewer, Neuhausen (Tragwerk)
-Dr. Gerrit Höfker, Backnang (Bauphysik Akustik)
-Frau Barbara Müller Gemeindereferentin
-Dr. phil. Bert Schlichtenmaier (Kunstgeschichte)
-Herr Ulrich Wermelskirchen, Leonberg (Kirchenmusik)

8.0 Wettbewerbsunterlagen (GRW 5.1.3), Schutzgebühr (GRW 5.1.6)
Der Versand der Auslobungsunterlagen erfolgt ab 16. Mai 2003 nach Erhalt des Verrechnungsschecks. Die Auslobung kann vorab auf folgender Homepage eingesehen werden: www.kaupp-architekten.de/auslobung.html
Die verbindliche Teilnahmeerklärung mit Verrechnungsscheck (Schutzgebühr von 100 Euro) muss bis zum 16. Mai 2003 (Posteingang) erfolgen. Die Schutzgebühr wird den Wettbewerbsteilnehmern erstattet, die eine den Anforderungen entsprechende Wettbewerbsarbeit eingereicht haben.

9.0 Wettbewerbsleistungen (GRW 5.1.4)
Jeder Teilnehmer kann nur einen Entwurf mit den geforderten Leistungen abgeben. Im Einzelnen werden gefordert:
9.1. Pläne: Die Darstellung der geforderten Leistungen ist insgesamt auf zwei
Stellwände mit den Maßen 0,95 m breit x 2,25 m hoch zu beschränken. Die Grundrisspläne sind zu Norden. Die Pläne sind zusätzlich für die Vorprüfung und die Dokumentation als A3-Verkleinerungen und als PDF- und als TIFF- Datei abzugeben.
9.2. Modell: Arbeitsmodell des Kircheninnenraumes und der Gestaltung des Außenraums mit Funktionsbau unter Verwendung des bereitgestellten Grundmodells 1:200. Weitere Detailmodelle (auch in anderem Maßstab) für die künstlerischen Arbeiten werden ergänzend zugelassen.
9.3. Erläuterungsbericht: Maximal zwei DIN A4 Seiten. Auch skizzenhafte und graphische Erläuterungen sind möglich. Erläuterungsbericht und Skizzen können auch in die Pläne integriert werden.
9.4. Verfassererklärung: Die Verfassererklärung ist zweifach in undurchsichtigem, verschlossenem Umschlag nach GRW 5.2 einzureichen.
Bei Einreichung der Wettbewerbsarbeit haben die Teilnehmer in der Verfassererklärung ihre Anschrift, die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, Mitarbeiter und Fachberater anzugeben, bei juristischen Personen, Partnerschaften und Arbeitsgemeinschaften, außerdem den bevollmächtigten Vertreter. Jeder Teilnehmer hat seine Teilnahme-berechtigung eigenverantwortlich zu prüfen. Im Übrigen gilt GRW 5.2.
9.5. Verzeichnis der eingereichten Unterlagen: Die einzureichende Wettbewerbsarbeit ist in allen Teilen an der rechten oberen Ecke durch eine Kennzahl aus 6 verschiedenen arabischen Ziffern (1 cm hoch, 6 cm breit) zu kennzeichnen.

10.0 Beurteilungskriterien (GRW 5.1.5)
Die Beurteilungskriterien geben eine allgemeine Orientierung, nach denen alle Arbeiten gleichwertig verglichen werden können.
architektonische und städtebauliche Qualität
künstlerisches Konzept und gestalterische Qualität
Erfüllung der funktionalen Anforderungen
Investitions- und Folgekosten (Angemessenheit und langfristige Wirksamkeit)

11.0 Termine:
20. März 2003 ab 15.00 Uhr bis ca.18.00 Uhr
April 2003 Veröffentlichung der Wettbewerbsauslobung im Internet, Bauwelt, Sonntagsblatt der Diözese und Kunstbulletin.
20. April 2003 bis 14. Mai 2003 Bewerbungszeitraum für den Wettbewerb
14. Mai 2003 Ende der Bewerbungsfrist (alle Bewerbungen müssen an diesem Tage per Post eingegangen sein) und Auswahl der 28 Teilnehmer durch Los und Benachrichtigung aller Teilnehmer und Nachrücker.
bis 16. Mai Teilnahmebestätigung der Teilnehmer.
16. Mai 2003 Versand aller Unterlagen
ab 16. Mai 2003 Veröffentlichung aller digitalen Unterlagen auf der Homepage www.kaupp-architekten.de/auslobung.html
23. Mai 2003 Besichtigungstermin der Kirche und Modellabholung in Leonberg.
Bis 16. Juni 2003 Eingang aller schriftl. Rückfragen per Fax oder E-Mail
Bis 23. Juni 2003 Rückfragenbeantwortung in Abstimmung mit dem Preisgericht und dem Auslober. Die Rückfragenbeantwortung wird Bestandteil der Auslobung.

22. August 2003 Abgabe aller Wettbewerbsarbeiten (außer Modell)
5. September 2003 Modellabgabe zwischen 8.00 und 16.00 Uhr in 71229 Leonberg, Edith-Stein-Haus, Gerlinger Straße 71. Die Modelle dürfen keine Hinweise auf den Teilnehmer enthalten.
26. September um 9.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr Wettbewerbsjury und Benachrichtigung der Preisträger.
28. September 2003 um 15.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr Pressekonferenz und Eröffnung der Wettbewerbsausstellung (bis 05. Oktober 2003) im Edith-Stein-Haus, Gerlinger Straße 71 in 71229 Leonberg.
bis 30. September 2003 Benachrichtigung aller Wettbewerbsteilnehmer mit Protokoll und kleiner Dokumentation.
06. Oktober 2003 bis 10. Oktober 2003 Abbau der Ausstellung / Abholung aller nicht ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten.

11.1 Einlieferung der Wettbewerbsarbeit (GRW 5.4.2)
Die Einlieferung auf dem Postweg ist zulässig. Die einzureichenden Planunterlagen (außer Modell) dürfen einschließlich aller zugehörigen Schriftunterlagen nur mit einer Sendung erfolgen. Sie dürfen keine Hinweise auf den Teilnehmer enthalten. Zur Wahrung der Anonymität ist als Absender die Anschrift des Empfängers einzusetzen.
Kennzeichnung: ?Realisierungswettbewerb Renovierung der Kirche St. Johannes d. T. in Leonberg?

Postadresse Planabgabe:
Kaupp Architekten
Friedrichsplatz 16, 68165 Mannheim
Telefon: 0621-40 20 08Fax 40 20 07
E-Mail: info@kaupp-architekten.de

Postadresse Modellabgabe:
Edith-Stein-Haus
Gerlinger Straße 71
71229 Leonberg

Als Zeitpunkt der Abgabe gilt im Falle der Einlieferung bei Post, Bahn oder anderer geeigneter Beförderungsmittel der Tagesstempel unabhängig von der Uhrzeit. Der Teilnehmer hat dafür zu sorgen, dass der Tagesstempel auf allen Versandpapieren und dem Versandgut einheitlich vermerkt ist. Ist die Rechtzeitigkeit der Einlieferung nicht erkennbar, weil der Aufgabestempel fehlt, unleserlich oder unvollständig, oder das Aufgabedatum aus sonstigen Gründen unklar ist, werden solche Arbeiten vorbehaltlich des vom Teilnehmer zu erbringenden Nachweises zeitgerechter Einlieferung mit beurteilt.

11.2. Ausstellung der Arbeiten
Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten findet voraussichtlich vom 28. September 2003 bis 05. Oktober 2003 im Edith-Stein-Haus, Gerlinger Straße 71 in 71229 Leonberg statt.
Die mit Preisen und Ankäufen ausgezeichneten Arbeiten werden Eigentum des Auslobers. Die übrigen Wettbewerbsarbeiten können ab dem 06. Oktober 2003 bis zum 10. Oktober 2003 von 08.00 bis 12.00 Uhr im Edith-Stein-Haus, Gerlinger Straße 71 in Leonberg abgeholt werden.
Unterlagen, die bis zum genannten Zeitpunkt nicht abgeholt sind, werden nicht weiter aufbewahrt.

12.0 Preise, Ankäufe, Bearbeitungshonorare
Die Wettbewerbssumme ist ermittelt auf Basis der HOAI §§ 15-17 und verteilt sich auf die einzelnen Leistungsbereiche wie folgt:
Objektplanung und Künstlerische Gestaltung 91%, Freianlagen 9%. Es werden folgende Preise ausgelobt:

1. Preis11.000,- Euro
2. Preis7.000,- Euro
3. Preis5.000,- Euro
4. Preis3.000,- Euro
Ankäufe6.000,- Euro

Preise und Ankäufe zusammen: 32.000,- Euro
Die Umsatzsteuer von 16% ist in den genannten Beträgen enthalten.
Das Preisgericht behält sich vor, durch einstimmigen Beschluss eine andere Verteilung der Preisgelder vorzunehmen.

13.0 Abschluss des Wettbewerbs (GRW 6)
Der Auslober teilt den Wettbewerbsteilnehmern das Ergebnis des Wettbewerbs unter dem Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung unverzüglich im Rahmen eines Protokolls mit und macht es sobald als möglich öffentlich bekannt.

14.0 Weitere Bearbeitung und Urheberrecht
Der Auslober wird soweit und sobald die Aufgabe realisiert wird, vorbehaltlich der Zustimmung des Kirchengemeinderates, unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einem oder mehreren Preisträgern die weitere Bearbeitung mindestens mit den Leistungsphasen § 15 der HOAI LPH 2-5 übertragen. Im Falle der weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbteilnehmers bis zur Höhe der Preissumme nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbs-entwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird.

14.1 Verpflichtung der Wettbewerbsteilnehmer
Die Wettbewerbsteilnehmer verpflichten sich, im Falle einer Beauftragung durch den Auslober, die weitere Bearbeitung zu übernehmen und durchzuführen.

14.2 Urheberrecht
Hinsichtlich der Nutzung der Wettbewerbsarbeit und des Rechts der Erstveröffentlichung gilt die GRW 7.3.

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Teil B: Beschreibung der Wettbewerbsaufgabe
. 15.0 Bestand

Die Johanneskirche, die 1951 vom Reg.-Baumeister Alfred Schmidt aus Stuttgart als klassische Wegekirche entworfen wurde, ist in ihrer ganzen Raumkonzeption stark auf den Altar, auf Sammlung und Verehrung, ausgerichtet. Anlass für die Überlegungen zur Renovation der Kirche sind einerseits bau- und haustechnische Defizite, jedoch vor allem der Wunsch der Kirchengemeinde eine zeitgemäße Raumkonzeption für die Kirche zu finden, die den Veränderungen in der Liturgie und im Gemeindeleben Rechnung trägt.

Der Vorläufer der jetzigen Kirche war ein 1901 an der Bahnhofstraße erbautes Holzkirchlein, das 1968 nach der Nutzung als Gemeindehaus mit Kindergarten und Kindertagheim abgebrochen wurde.

Am 27.04.1948 wurde mit dem Bau der neuen Kirche auf dem Distelfeld begonnen. Am 18.10.1949 wurde das Richtfest des Hauptschiffes, knapp zweieinhalb Jahre später dann am 30.03.1951 die Benediktion und am 24.06.1951 die Kirchweihe gefeiert.
Der Bau wurde im Basilika- Stil erbaut und mit heimischem Muschelkalk (Renningen, Magstadt und Flacht) verkleidet und fasst 400 Sitzplätze. Die Orgel wurde in den Jahren 1953 und 1954 eingebaut, die Glockenweihe und die Turmweihe erfolgten im Jahr 1961. Die Gesamtlänge der Kirche beträgt 46 m, das Kirchenschiff hat eine Breite von 20 m und eine Innenhöhe von 13 m. Der Turm hat seine Giebelspitze auf 44 m Höhe, der Giebel des Kirchenschiffes liegt auf 18 m.

Bautechnisch werden von der Kirchengemeinde folgende Defizite gesehen:
-Die Akustik ist stark gedämpft und ist verbesserungswürdig.
-Die Orgelempore ist sowohl optisch als auch schall-technisch zum Gesamtraum hin zu sehr ausgegrenzt.
-Die Fugen der Innendämmung der Außenwände sind stark sichtbar.
-Die gasbefeuerte Heizungsanlage ist veraltet und soll komplett erneuert werden.
-Die vorhandene Fußbodenheizung ist ineffizient.
-An mehreren Stellen des Kirchenraumes herrscht Zugluft.
-Die Sanitäranlage ist veraltet und nicht ausreichend.
-Die Elektroinstallation und die Beleuchtung sind veraltet.
-Die Beschallungsanlage ist unzureichend.

16.0 Aufgabenstellung

16.1 Liturgische Konzeption des Kirchen- und des Außenraumes

Die bisherige Wegekirche soll aufgrund der Entwicklungen in Liturgie und Gemeindeleben zur Gemeindekirche weiterentwickelt werden.
Die vorhandene räumliche Trennung von Pfarrer und Gemeinde soll verringert, die Gemeinschaft der Gläubigen erlebbar gemacht werden. Die Kirche soll zentralen Handlungen Raum schaffen und verschiedenen Anlässen einen würdigen Rahmen bieten. Die Lichtwirkung soll dabei verbessert werden, Helligkeit und Freundlichkeit als Gestaltungsmaxime dienen. Die zukünftige Orgel soll in die Gesamtkonzeption integriert werden.
Dem Namenspatron der Kirche, Johannes der Täufer, soll mit einem stark gemeindebezogenem Taufort entsprochen werden.
Auch der Außenbereich der Kirche soll, im selben Geiste wie der Innenraum, sich zu einem Ort der Begegnung für die Gemeinde entwickeln, wobei die Bezüge zu den angrenzenden Straßen und Nachbarn, sowie die Wirkung und Darstellung der katholischen Kirchengemeinde im Stadtraum ein wesentliches Anliegen ist. Der erweiterte Raumbedarf, u. a. für die Sanitärräume, kann dabei als bauliches Mittel dienen.

Nutzungsmöglichkeiten und Nutzungsanforderungen im Einzelnen:

16.1.1 Der Kirchenraum als Ort des Gemeindegottesdienstes

-Der Gemeindegottesdienst am Sonntag, am Feiertag und am Werktag.
-Ein feierlicher Einzug bei Festgottesdiensten muss möglich sein.
-Gottesdienst für kleinere Gruppen.
-Ermöglichung unterschiedlicher Gottesdienstformen.
-Der Empfang der Kommunion soll leicht möglich sein.
-Krippenspiele und liturgische Tänze sollen möglich sein.
-Familiengottesdienste und deren Anforderungen sollen berücksichtigt werden.
-Die Zahl der Sitzplätze soll in ihrer Summe erhalten werden. Es soll jedoch auf die unterschiedlich benötigte Anzahl bei normalen Gottesdiensten und bei Festgottesdiensten reagiert werden können.
-Projektionen während des Gottesdienstes sollen technisch ermöglicht werden

16.1.2 Der Kirchenraum als Ort für Anbetung und Stille

-Für Anbetung sollen Rückzugsmöglichkeiten und Konzentrationspunkte gegeben sein.
-Ein Meditationsraum (7 bis 10 Personen) als Ort der Stille, der auch für Beichtgespräche genutzt werden kann, wird gewünscht.
-Die tagsüber geöffnete Kirche soll auch die Woche über von der Gemeinde angenommen werden.
-Ein Ort der Marienverehrung, mit den Kerzen (Problem Rußbildung) soll gefunden werden.

16.1.3 Die Kirche als Ort für Kinder

-Für den Kindergottesdienst, der zurzeit parallel zum Gemeindegottesdienst im schwer erreichbaren Turm-zimmer stattfindet (Problem Zugang über steinerne Wendeltreppe und 2. Rettungsweg), soll ein optisch und akustisch getrennter Raum geschaffen werden (siehe 16.3).

16.1.4 Der Kirchenraum als Ort für Geh- und Hörbehinderte.

-Barrierefreier Zugang zum Kirchenraum.
-Induktionsschleife für die Hörgeräte Schwerhöriger.

16.1.5 Der Kirchenraum als Ort der Kirchenmusik

-Aufstellung des Kirchenchores auf der Empore und/oder im unteren Kirchenraum beim Gottesdienst und bei Konzerten. Hierfür ist jeweils eine genügend große freie Fläche vorzusehen (50 Personen Orchester 100 Personen Chor). Der Chor soll gestaffelt gestellt werden können (Raum für flexible Podeste), die ersten beiden Bankreihen können dabei beweglich sein. Priorität hat jedoch die Nutzung für Gemeindegottesdienste vor der Nutzung für Konzerte.
-Die künftige Hauptorgel soll so angeordnet werden, dass der Organist die Kirche überblicken kann. Die Rosette soll ins Gestaltungskonzept mit einbezogen werden, falls die Orgel am jetzigen Standort verbleibt.

16.1.6 Liturgische Orte
(siehe Liturgische Hinweise des Bischöflichen Ordinariates)

-Der vorhandene Altar, Ambo und Tabernakel stehen zur Disposition.
-Der Altar (Tisch des Brotes) soll in Beziehung treten mit dem Ambo (Tisch des Wortes). Die Distanz zwischen Pfarrer bzw. Lektor und Gemeinde soll gering sein, ein Blickkontakt zwischen Pfarrer, Gemeinde, Organist und Chor ermöglicht werden. Alle die im Gottesdienst mitwirken sollen gut sichtbar sein. Dabei ist um den Altar u. a. für den Familiengottesdienst eine genügend große, freie, ebene Fläche vorzusehen. Der Tabernakel, als Ort der Anbetung, wird vom Altar her definiert.

-Ein Ort für die Sedilien (Sitze für Priester und seine Assistenten bei der Eucharistiefeier und bei Wortgottesdiensten) soll im Altarraum bzw. eventuell in der ersten Bankreihe gefunden werden.

-Dem Namenspatron der Kirche, Johannes der Täufer, soll mit einem stark gemeindebezogenem Taufort entsprochen werden.

16.1.7 Sonstige Anforderungen und Hinweise

-Der vorhandene Beichtstuhl soll nicht erhalten werden.

-Der vorhandene Kreuzweg soll nicht erhalten werden.

-Die Kirchenfenster des Seitenschiffes und die Chorfenster sollen erhalten werden.

-Die Verglasung der Rosette bedarf der Erneuerung und eventuell der Integration in den zukünftigen Orgelprospekt.

-Der heilige Antonius soll einen Platz erhalten, eventuell auch mit einer neuen Figur.

-Die Pieta soll nicht erhalten werden.

-Ein Schriftenstand soll seinen Ort finden

-Der Wandteppich steht zur Disposition.

-Für die Krippe soll ein fester Aufbauort (ca. 4,0 x 2,5 m) vorgesehen werden.

16.2 Bau- und haustechnische Verbesserungen
(auf energiesparende Bauweise ist zu achten)

Die Emporenbrüstung soll optisch und akustisch durchlässiger gestaltet werden.

Die Oberflächen der Innenseite der Außenwände sollen so gestaltet werden, dass die Wärmedämmung optimiert und das Problem der bisher sichtbaren Stoßfugen der Innendämmung gelöst wird.

Die Natursteinverkleidungen an Pfeilern und an den Fenstern sollen erhalten werden.

Die Raumakustik, die zurzeit durch die eingebauten Materialien stark gedämpft wird, soll für die verschiedenen Nutzungen des Kirchenraums optimiert werden.

Die Beschallungsanlage des Innenraumes soll erneuert und verbessert werden. Dabei soll die Anbindung des Außenbereichs berücksichtigt, und die Problematik der Schwerhörigen mitbedacht werden.

Die vorhandene schlecht gedämmte Fußbodenheizung mit Gaskesselbefeuerung soll ersetzt werden. Der Fußboden soll dabei soweit nötig erneuert werden. Es wird ein haustechnisches Konzept für eine zeitgemäße Beheizung gesucht, die auch die Empore, das Turmzimmer und das Pfarrbüro berücksichtigt. Dabei soll auch die Be- und Entlüftung des Kirchenraumes in das Konzept einbezogen werden. Die Anbindung eines Neu- bzw. Anbaues für die Funktionsräume soll dabei berücksichtigt werden.

Die gesamte Elektroinstallation und die Beleuchtung entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard. Erwartet wird ein Elektro-installations- und Beleuchtungskonzept, das die Raumwirkung unterstützt.

16.3 Verbesserungen im Außenbereich inklusive Funktionsgebäude

Der Kirchenvorplatz soll teilweise überdacht und als Ort der Begegnung gestaltet werden. Die Platzgestaltung soll dabei auch den angrenzenden Straßenraum berücksichtigen.

Die vorhandene Grünfläche wird nur teilweise erhalten werden können, deshalb ist darauf Wert zu legen, dass andere Flächen entsiegelt werden.


Eine Infozeile, Parkplätze sowie eine barrierefreie Zufahrt bzw. Zugang sind zusätzliche Anforderungen an die Gestaltung dieses Bereiches. Die vorhandenen Stellplätze sollen in Ihrer Anzahl erhalten werden.

Im Außenbereich soll ein Funktionsgebäude entstehen, das zwei Abstellräume (Stuhllager und Getränkelager je ca. 16 m2), zusätzliche Toiletten, ein Behinderten WC, eine Küche mit Spüle und eventuell einen Raum für den Kindergottesdienst (ca. 25 m2) enthalten soll. Der Raum für den Kindergottesdienst soll auch als Raum für die Einzelstimmbildung genutzt werden können.

Die Garage in der Marienstraße 3 steht zur Disposition.

17.0 Rahmenbedingungen

Für die Realisierung der Wettbewerbsaufgabe sieht der Auslober ein gedeckeltes Budget von 1.300.000.- Euro inkl. MwSt. für die Kostengruppe 300 Bauwerk- Baukonstruktionen, 400 Bauwerk- Technische Anlagen, 500 Außenanlagen, 600 Ausstattung und Kunstwerke und 700 Nebenkosten vor.
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Teil C: Anlagen 01 bis 06

Anlage 01 Liturgische Hinweise zum Kirchlichen Bauen der Diözese
15 Seiten DinA4
Anlage 02 Untersuchung des Gebäudebestandes - Statische Beurteilung
8 Seiten DinA4
Anlage 03 Bauphysikalische Untersuchung des Gebäudebestandes
8 Seiten DinA4
Anlage 04 Haustechnische Untersuchung des Gebäudebestandes
9 Seiten DinA4
Anlage 05 Lageplan 1:500
1 Seite DinA4 und 1 Seite DinA3
digital zum herunterladen auf der Homepage www.kaupp-architekten.de/auslobung.html
Anlage 06 Grundrisse, Schnitte, Ansichten 1:200
8 Seiten DinA4

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